Kategorien Archiv: Magazin

Let’s print in Leipzig

Immaterielles Kulturerbe und zeitgenössische Druckgrafik aus Leipzig

Internationaler Künstlerworkshop (20.-31.8.2018) und Ausstellung (2.9.-11.11.2018)

„Let’s print in Leipzig“ ist eine neue Kooperation dreier künstlerischer Druckwerkstätten (stein_werk. Werkstatt für Lithografie und Buchdruck / Thomas Franke, Atelier für Radierung Leipzig / Maria Ondrej, atelier carpe plumbum / Thomas Siemon) aus Leipzig mit dem Museum für Druckkunst. Von den Akteuren wurden neun internationale Künstlerinnen und Künstler nach Leipzig eingeladen. Im Rahmen eines Künstlerworkshops arbeiten sie vom 20. bis 31. August im Museum für Druckkunst an den historischen Pressen und schaffen neue grafische Arbeiten.

Das Besondere des Workshops ist das experimentelle Format. Nur in den historischen Werkstätten des Museums für Druckkunst können gleichzeitig drei verschiedene, als immaterielles Kulturerbe anerkannte Drucktechniken (Hoch-, Tief- und Flachdruck) künstlerisch genutzt werden. Die Ausstellung „Let’s print in Leipzig“ zeigt die Arbeitsergebnisse sowie weitere grafische Arbeiten. Beteiligte Künstler: Luke Carter (Leipzig und Bristol, GB), Sebastian Gögel (Leipzig), Pascale Hémery (Paris, F), John Jacobsmeyer (New York, USA), Yvette Kießling (Leipzig), Marie Carolin Knoth (Leipzig), Ellen Möckel (Berlin), Robert Schwark (Berlin), Thomas Widmer (Winterthur, CH).

Beitrag zum Jahr des europäischen Kulturerbes und zum Gutenberg-Jahr 2018. Begleitprogramm mit Führungen und Workshops: https://bit.ly/2tyhJo0

Auf nach Finnland. Finnische Plakate seit 1853

Ausstellung im Museum für Druckkunst Leipzig

28. Januar – 15. April 2018

„Auf nach Finnland“ nimmt den Besucher mit auf eine Reise in die Plakatkunst. Unberührte Natur, urbane Städte wie Helsinki oder eine Winterlandschaft werben auf 80 Plakaten in leuchtenden Farben zur Reise in ein noch unbekanntes Land. In druckgrafischer Meisterleistung wurden Wälder, Seen, Städte, landestypische Tiere und traditionelle Kleidung in Drucktechniken wie der Farblithografie und im Stil der Zeit wiedergegeben. Die Gestaltung der Plakate übernahmen dabei Künstler aus Finnland aber auch aus Deutschland, wie Adolf Bock, Alfred Mahlau und Wilhelm Hanken. Der Reiseschriftsteller Magnus Londen erzählt mit seiner Ausstellung über die Geschichte des Plakates und wie es als Mittel zur Kommunikation für die junge Nation Finnland, Besucher aus aller Welt anlockte und begeisterte.

Begleitprogramm:

Öffentliche Führungen, sonntags, 12 Uhr: 28.01., 25.02., 18.03., 15.04.18

Führungen 60+, dienstags, 15 Uhr: 06.02. und 10.04.18

www.druckkunst-museum.de

Günther Uecker – Huldigung an Hafez

Ausstellung im Museum für Druckkunst Leipzig

22. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018

Aus dem Werkzyklus Huldigung an Hafez © 2016 Guenther Uecker, Kunstverlag Till Breckner; Fotos Ivo Faber

Günther Uecker zählt zu den bedeutendsten und international bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Neben seinen Nagel-Objekten befasst er sich bereits seit den 1970er Jahren mit der Verwandlung von Texten in geschriebene Bilder. Vor allem Schriften aus außereuropäischen Ländern inspirierten ihn. Seit 2013 beschäftigte er sich mit dem Werk des persischen Dichters und Mystikers Hafez und schuf einen 42-teiligen Werkzyklus. Die Sieb-, Präge- und Sanddrucke werden ergänzt durch vollständige Ghaselen (eine poetische Versform) aus Hafez‘ Diwan auf Persisch und vom Künstler ausgewählte und handschriftlich umgesetzte Zitate auf Deutsch. Dabei wurden Wörter zu Farben und ruhige Blätter wechseln sich mit intensiven ab.

Mit „Huldigung an Hafez“ schuf Uecker nicht nur ein ausdrucksstarkes druckgrafisches Werk, sondern auch ein Plädoyer für die Wahrnehmung fremder Kulturen und vor allem eine Unterstreichung des Gemeinsamen, Verbindenden zwischen allen Kulturen.

 

Aus dem Werkzyklus Huldigung an Hafez © 2016 Guenther Uecker, Kunstverlag Till Breckner; Fotos Ivo Faber

Begleitprogramm:

Öffentliche Führungen: sonntags, 12 Uhr: 22.10.17, 19.11.17, 7.1.18

Führungen 60+: dienstags, 15 Uhr: 24.10.17 (Ganztags ermäßigter Eintritt für Besucher 60+)

www.druckkunst-museum.de

Auf den Spuren von Käthe Kollwitz in Berlin anlässlich ihres 150. Geburtstages

In diesem Jahr wird in verschiedenen Veranstaltungen und zwei Ausstellungen in Berlin des 150. Geburtstages von Käthe Kollwitz gedacht.

Von Volkhard Böhm

Am letzten Augustsonntag diesen Jahres, einem sonnigen, heißen Tag besuche ich Käthe Kollwitz auf dem seit 1881 angelegten städtischen Zentralfriedhof Friedrichsfelde im Berliner Bezirk Lichtenberg. Weniger bekannt ist, dass auf dieser auch Sozialistenfriedhof genannten Begräbnisstätte neben sozialdemokratischen und kommunistischen Funktionären, Antifaschisten, Funktionären des real existierenden Sozialismus und vielen unbekannten Bürgern Berlins auch eine ganze Reihe KünstlerInnen begraben liegen.

Am 8. Juli 1867 wurde sie als Käthe Schmidt in Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, geboren. Früh begeisterte sie sich für die bildende Kunst. Folgerichtig ging sie von 1886 bis 1887 als Schülerin an die Künstlerinnenschule des Vereins Berliner Künstlerinnen nach Berlin. Dieser Verein ist die älteste heute noch existierende Vereinigung bildender Künstlerinnen in Deutschland. In diesem Jahr begeht der Verein das 150. Jubiläum seiner Gründung. 1868 wurde die Zeichen- und Malschule auf akademischem Niveau im Seitenflügel der Potsdamer Straße 98 A gegründet. Das war notwendig, durften doch Frauen, die sogenannten „Malweiber“ noch bis in das 20. Jahrhundert hinein nicht an Kunstakademien studieren.

Das Haus, in dem seit 2009 die „Alexander und Renata Camaro Stiftung“ wirkt, wurde 1893 im Auftrag des Vereins der Berliner Künstlerinnen und Kunstfreundinnen (VdBK) und des Viktoria-Lyzeums für die akademische Weiterbildung von Frauen erbaut und bis 1911 genutzt. Vom 26. November 2016 bis zum 24. März diesen Jahres zeigte dort der VdBK den ersten Teil seiner Ausstellungsreihe „FORTSETZUNG FOLGT!“. Ausgestellt waren eine Reihe von Werken bekannter und weniger bekannter Künstlerinnen, die an diesem Ort bis 1945 gelernt und gelehrt hatten.

Es war für mich ein eigenartiges Gefühl, als ich an einem Märznachmittag diese Ausstellung besuchte und in dem großen vom Oberlicht durchfluteten ehemaligen Akt- und Zeichensaal stand. Ringsum hingen die Werke der Künstlerinnen, darunter von Käthe Kollwitz und Paula Modersohn-Becker (1876–1907), die hier elf Jahre nach jener ihre Ausbildung begann. Man konnte sich die Staffeleien vorstellen, die zeichnenden Künstlerinnen dahinter, das leise Rascheln von Papier und das kratzende Geräusch der Zeichenstifte. Diese Malschule hatte schnell einen sehr guten Ruf. Dazu trug später auch Käthe Kollwitz bei. Von 1898 bis 1903 hatte sie hier einen Lehrauftrag in Graphik und Zeichnen.

Ihr Studium hatte sie von 1888 bis 1890 an der Münchener Künstlerinnenschule fortgesetzt, 1891 heiratete sie den Arzt Karl Kollwitz und gemeinsam zogen sie in den Berliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg, in ein Eckhaus der damaligen Weißenburger Straße direkt am damaligen Wörther Platz (Straße und Platz sind seit 1947 nach ihr benannt). Hier lebte sie mehr als 52 Jahre bis 1943. In den letzten Kriegstagen wurde das Haus fast vollständig zerstört. Wie so vieles in diesem Land ging damit auch die Lebenswelt der Käthe Kollwitz, das Inventar, die noch eingelagerten Kunstwerke, verloren. Inzwischen ist das Eckgrundstück neu bebaut. An dem Neubau, heute Kollwitzstraße 56 A, verweist eine große Schautafel auf die frühere Bewohnerin und das Käthe-Kollwitz-Museum in Charlottenburg.

1892 wurde der Sohn Hans geboren. Im folgenden Jahr hatte sie mit dem graphischen Zyklus „Ein Weberaufstand“, der bis 1898 entstand, ihren künstlerischen Durchbruch. Er wurde angeregt durch den Besuch der Uraufführung von Gerhard Hauptmanns „Die Weber“. Dieser Zyklus und die folgenden Werke begründen den Ruf der Künstlerin als einzigartige Darstellerin von Leid und Mitleiden des Menschen, in ihrer Hinwendung zu den Ärmsten und Drangsaliertesten der Gesellschaft. Ohne jegliches Pathos mit minimalen Mitteln stellte sie Ihre Themen dar. An der Hinwendung zu diesem, ihrem Thema hat sicher die Tätigkeit ihres Mannes, Armenarzt in einem proletarischen Viertel, viel zu tun. In die Zeit der Entstehung des genannten Bildzyklusses fällt auch die Geburt ihres zweiten Sohnes, Peter, 1898.

1914 erfuhr ihr Leben eine entscheidende Zäsur. Beide Söhne meldeten sich als Kriegsfreiwillige. Sie fühlten sich verpflichtet, das Vaterland zu retten. Während Karl Kollwitz, der Vater, strikt gegen den Krieg war, nahm Käthe Kollwitz eine ambivalente Haltung ein. Der nationalistische Taumel, den das Land erfasst hatte, ist auch an ihr nicht spurlos vorübergegangen und so stützte sie die Söhne in ihrer Entscheidung.

Als Peter mit 18 Jahren schon am zweiten Tag als Kriegsfreiwilliger in Flandern fiel, war sie bis ins Mark erschüttert und wurde nun auch zu der Künstlerin, die sich vehement und mit einer beeindruckenden Ausdrucksstärke gegen Krieg und jegliche Gewalt wendete.

1937 bis 1938 inspirierte sie der sinnlose Tod des Sohnes zu einer Pieta-Darstellung. Die Bronze stellt eine Mutter mit ihrem toten Sohn dar, der in ihrem Schoß liegt. „Ich arbeite an der kleinen Plastik, die hervorgegangen ist aus dem plastischen Versuch, den alten Menschen zu machen. Es ist nun so etwas wie eine Pieta geworden. Die Mutter sitzt und hat den toten Sohn zwischen ihren Knien im Schoß liegen. Es ist nicht mehr Schmerz, sondern Nachsinnen.“ (Tagebücher, 22. Oktober 1937). Nachsinnen darüber, „dass der Sohn nicht angenommen wurde von den Menschen. Sie ist eine alte einsame und dunkel nachsinnende Frau.“ (Tagebücher, Dezember 1939).

Helmut Kohl, damals noch Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, sorgte 1993 dafür, dass diese Figurengruppe in einer vergrößerten Fassung im rekonstruierten Innenraum von Schinkels Neuer Wache in Berlin Unter den Linden aufgestellt wurde. Vor der Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ von Käthe Kollwitz, auch Pieta genannt, ist der Schriftzug „Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft“ in den Boden eingelassen. Die Urnen des unbekannten Widerstandskämpfers und des unbekannten Soldaten befinden sich unter der Gedenkplatte aus schwarzem Granit. Lebens- und Schaffensmotto der Kollwitz hätten sinnfälliger nicht werden können.

Als sie 1920 den soeben erschienenen Roman „Die echten Sedemunds“ ihres Freundes und Künstlerkollegen Ernst Barlach (1870–1838) gelesen hatte, vermerkte sie: „Ein tief neidisches Empfinden, dass Barlach so viel stärker ist als ich.“ Dieser hätte wohl über ihr Werk das Gleiche gesagt. Im Empfinden für das Leid und Erleiden sind sie zutiefst verbunden: Barlach eher in der Darstellung eines bäuerlichen Menschentypus, die Kollwitz eher eines plebejischen Typus. Beide verehrten einander. Barlach hatte seiner Skulptur „Schwebender Engel“ von 1927 im Güstrower Dom das Gesicht von Käthe Kollwitz gegeben. Sie stand selbstbewusst, obwohl inzwischen genauso als entartet verfemt und mit dem nationalsozialistischen Bann belegt wie er, bei seiner Beerdigung 1938 an seinem Grab.

Am 22. April 1945 starb sie, wenige Tage vor Ende des Krieges, in Moritzburg bei Dresden. Sie wurde im Familiengrab in Friedrichsfelde beigesetzt, neben Bruder Konrad Schmidt und dessen Frau, dem Mann ihrer jüngeren Schwester Georg Stern (1867–1934) und ihrem eigenen Mann, der bereits 1940 verstorben war. Das Bronzerelief für das Grab hatte sie 1936 geschaffen, angeregt von dem Goethewort aus dem „West-östlichen Divan“ „Ruht im Frieden seiner Hände“. Das Grab befindet sich am Ende der Künstlergräber links des Hauptweges. Auf dem Grab davor ist einer ihrer Freunde, der Maler Otto Nagel (1894–1976) mit seiner Frau bestattet. Schräg gegenüber ruht der fast vergessene jüdische Graphiker Leo Haas (1901–1983), der die Gräuel der Konzentrationslager überlebte und dort zu der Gruppe der „Maler von Theresienstadt“ gehörte. Vor allem seine Zeichnungen und Graphiken aus dieser Zeit haben viel Gemeinsames mit der Sprachgewalt des Werkes der Kollwitz.

Ende der 1990er Jahre schenkte mir Walter Graetz, der langjährige Leiter der Druckerei Graetz in der Berliner Auguststraße 26 ein Reprint eines Plakates von Käthe Kollwitz. 1906 hatte sie dieses Plakat für die „Deutsche Heimarbeit Ausstellung“ bei Graetz auf den Stein gezeichnet. Walter Graetz’ Großvater, Rudolph Graetz, hatte 1898 die „Lithographie, Buch- und Steindruckerei“ eingerichtet, die sich bald einen Namen mit ihren hochwertigen Drucken machte. Vor allem in der DDR ließen hier viele KünstlerInnen ihre originalen Offsetgraphiken und Plakate drucken. Auch Käthe Kollwitz hatte hier viele ihrer Plakate drucken lassen.

Bevor ich an diesem Augusttag den Friedhof verlasse, besuche ich noch die Gräber der „Sozialisten“. Dort liegt auch Karl Liebknecht. Erschüttert von dessen Ermordung widmete Käthe Kollwitz ihm eine Gedenkgraphik. Diese ist ein schönes Beispiel für die intensive aber auch konsequente Arbeitsweise der Künstlerin. Die Ausführungen als Radierung und Lithographie verwirft sie im Schaffensprozess. Erst der Holzschnitt erreicht eine Wirkung, die ihn über ein reines Gedenkblatt zur Darstellung tiefster Trauer und intensivster Mahnung erhebt.

Unmittelbar nach dem Krieg wurden ihre Persönlichkeit und ihr Werk gewürdigt. Die Straße, in der sie so lange gelebt hat, und der Platz, an dem ihr Wohnhaus stand, wurden nach ihr benannt. 1961 wurde dann das von ihrem Freund, dem Bildhauer Gustav Seitz, geschaffene Denkmal (1958) auf dem Platz aufgestellt. Sie sitzt still da, auf ihrem Sockel, in die Ferne schauend, die aufgestellte Zeichenmappe mit der linken Hand haltend, drumherum das Grün der Bäume, davor die spielenden Kinder auf dem Spielplatz. Und hin und wieder klettert eines der Kinder zu ihr hoch oder wird von der Mutter der Kollwitz hinaufgereicht.

Zwei Ausstellungen sind zu empfehlen (Die Neue Wache, Unter den Linden, ist leider z. Zt. wegen Bauarbeiten nicht zugänglich.):

  • „Käthe Kollwitz und Berlin“, noch bis 24. September 2017 in der Galerie Parterre, 10405 Berlin, Danziger Str. 101, berlin.de/ba-pankow/kunstundkultur; in dieser Ausstellung sind v. a. Werke aus dem Käthe-Kollwitz-Museum Köln zu sehen, der umfangreiche Katalog erweitert mit seinen informativen, z. T. sehr persönlich gehaltenen Beiträgen die Sicht auf Käthe Kollwitz.
  • „Käthe Kollwitz und ihre Freunde“, noch bis zum 15. Oktober 2017, Käthe-Kollwitz-Museum, 10719 Berlin, Fasanenstr. 24, kaethe-kollwitz.de; eine sehenswerte Ausstellung, z. T. mit erstmalig ausgestellten Werken aus den Sammlungen von Freunden.

Südkorea: Ulsan Woodcut Festival 2017

Aus Südkorea berichtet Manfred Egger

Über die freundliche Vermittlung durch Georg Lebzelter wurde mir heuer im Frühling die für mich durchaus sehr ehrenwerte Aufgabe zuteil, für das 6th Ulsan Woodcut Festival 2017 eine kleine Auswahl österreichischer HolzschneiderInnen zusammenzustellen und für die Ausstellung in Südkorea zu nominieren.
Das Ulsan Woodcut Festival lädt traditionell neben den am zahlreichsten vertretenen südkoreanischen HolzschneiderInnen immer 3-4 Gastländer ein, um so eine Internationalisierung und intensivere Einblicke in andere Holzschnitt-Kulturen zu erreichen, ohne dabei durch eine auch mögliche Einladung vieler Gast-Länder eher zu zersplittern als zu vertiefen. Nach den letztjährigen Gastländern China, Japan und Polen war diesmal der Schwerpunkt mehr auf Europa gerichtet, und so konnten heuer jeweils fünf KünstlerInnen aus Österreich, Finnland, der Tschechischen Republik und Thailand je 2 Arbeiten nach Ulsan schicken. Die österreichischen TeilnehmerInnen waren Angelika Fink aus Salzburg, Desislava Unger aus Wien, die beiden Vorarlberger Hugo Ender und Günter Bucher und Manfred Egger aus Tirol.

Schon im Vorfeld der Veranstaltung konnte man den Eindruck großer Professionalität spüren, erst recht dann anlässlich der Ausstellung selbst. Die Arbeiten wurden jeweils nach Ländern gesammelt nach Ulsan gesandt, dort in einem Rahmenstudio fachmännisch und dezent (ohne Glas) gerahmt und schließlich vor Ort, im Ulsan Culture & Arts Center, großzügig und umsichtig gehängt.  Die süd-koreanischen Holzschnitte wurden in drei großen Räumen im Erdgeschoß, die Arbeiten der Gastländer im ersten Obergeschoß, mit großer Lichtkuppel, präsentiert.  An die 100 Drucke wurden so klug und einfühlsam gruppiert und dem Publikum vorgestellt. Zusätzlich konnte man in jedem Raum von geschultem Personal Informationen und Auskünfte einholen.  Im geräumigen Innenhof des Center wurden überdies mehrere Ausstellungszelte platziert. Darin präsentierten eine Reihe von Studenten ihre Arbeiten, die dabei ein sehr weites Spektrum des Mediums Holzschnitt vorführten – von traditionellen Drucken, Bildfindungen im Sinne eines “Tafelbildes”, bis hin zu Arbeiten auf Papier, das letztens zu Schirmen, Fächern, Leporellos, Künstlerbüchern, Figuren aus dem bedruckten Papier, etc. weiterbearbeitet wurde.  Daneben konnten die Besucher Informationsmaterial studieren, aber auch selbst von vorbereiteten Druckplatten Motive aus Ulsan und Korea von Hand abziehen.  Auch T-Shirts und Tragtaschen konnten im Siebdruck mit dem Logo des Woodcut Festivals und jeweils weitern Motiven bedruckt werden. Dies mag auf den ersten Blick etwas kommerziell oder zu wenig seriös erscheinen, andererseits ergibt sich so aber auch ein erster Schritt zur Thematik hin, und die meisten Besucher erfreuen sich letztlich sehr an Selbstgefertigtem und erleben so auch die Technik im Selbstverfahren hautnah.
Neben diesem “Umfeld-Programm” wurde auch ein Seminartag mit Vorträgen zum Thema “Holzschnitt” abgehalten.  Dabei sprach die südkoreanische Kunsthistorikerin und selbst Holzschnittkünstlerin Bae Nam Kyung über neuere Entwicklungen des koreanischen Holzschnittes (was in etwa den Zeitraum ab der Befreiung Koreas von den Japanern bis heute umfasst), Annu Vertanen (Prof. an der Academy of Fine Arts in Helsinki) über die finnische Situation im 20/21.Jahrhundert, und ich durfte allgemein zur Entwicklung des europäischen Holzschnittes (im Gegensatz zur Entwicklung in Asien) und einigen ausgewählten österreichischen Vertretern der Gegenwart (Erich Steininger, Robert Hammerstiel, Michael Schneider u.a.) referieren. Die Reden aller Vortragenden wurden dabei in einer zweisprachigen Broschüre aufgelegt.

 

Zur Ausstellung erschien ebenfalls ein umfassender Katalog, der neben einführenden und einigen allgemeinen Beiträgen vor allem jeweils eine Arbeit aller Teilnehmer umfasst. Auch dabei legten die Veranstalter größten Wert auf Qualität.
Ob sich in der Ausstellung allgemeine Trends des zeitgenössischen Holzschnittes oder spezifische Unterschiede zwischen den einzelnen Teilnehmerländern finden lassen, ist eine schwierige Frage. Gemeinsam ist allen teilnehmenden Ländern sicherlich eine Erweiterung des klassischen Holzschnittes in Richtung experimenteller Drucktechniken und Mischtechniken. Einzelne KünstlerInnen versuchen immer wieder, ihre Arbeiten inhaltlich und technisch in eine ganz bestimmte, sehr persönliche Richtung zu entwickeln. Ob es sich dabei um die großformatigen „Ring- oder Spiral-Drucke“ von Annu Vertanen handelt, die Arbeiten des Thais Jakkee Kongkaew, der sich seine ganz speziellen „baren“ aus diversen Kugellagern baut, um Kim Mihyangs Mischtechniken aus Schnüren und Reliefpapier, Choi Jongsiks Arbeiten, die er unter Verwendung von Holzstäbchen druckt, oder um An Jeonmings Holzdrucke auf Silikon-Pigment-Farbträger, alle zeichnen sich aus durch innovative Auffassungen der alten Drucktechnik verbunden mit wenig Scheu vor orthodoxen Sichtweisen. Gerade durch diese grenzüberschreitenden Zugänge bleibt die uralte Technik des Holzschnittes lebendig und offen für Neuinterpretationen.

Ein gemeinsames Merkmal der koreanischen Arbeiten bildet vielleicht die Tatsache, dass man nie den Eindruck gewinnt, es würde versucht „westlich“ zu erscheinen (was man durchaus bei chinesischen oder auch japanischen KünstlerInnen gelegentlich findet). Was umgekehrt typisch koreanisch ist, scheint auch den Koreanern selbst nicht immer so klar zu sein. Im Gegenteil, die Suche nach einer authentischen, von außen unbeeinflussten „koreanischen Handschrift“ wird innerhalb der koreanischen Künstler-/Holzschneider-Community durchaus diskutiert.

Gerade die Nähe zu China und Japan, wohin naturgemäß (durch die rein geographische Nähe, durch das Vorbild der „großen Brüder“, auch durch das Fehlen von eigenen speziellen Angeboten in den nationalen Kunsthochschulen) viele KunststudentInnen zumindest zeitweise emigrieren, führt auch dazu, sich dann wieder besonders von diesen Einflüssen abzugrenzen und auf das Eigene zu besinnen.

Technisch betrachtet drucken die Koreaner „japanisch“ oder „chinesisch“, traditionell, mit Druckfarben auf Wasser- oder Ölbasis, oft auch im Reduktionsdruck. Thematisch zeigt sich wiederum eine riesige Bandbreite von traditionellen Themen – Landschaftliches, Figürliches – über moderne Motive wie Großstädtisches oder der Technik bis hin zu rein abstrakten Formen unterschiedlichster Ausformulierung. Ein wiederkehrendes – vielleicht für uns Europäer eher unerwartetes – Motiv stellen das Meer und der Wal dar. Das liegt aber wohl in erster Line daran, dass uns Korea als Nation der Fischer (und vormals Walfänger) nicht so geläufig ist. Wir denken heute eher an Industrie- (Autofabriken, Werften) und Elektronikprodukte(Mobiltelefone), die heute natürlich wesentlich mehr zum Bruttonationalprodukt des Landes beitragen. Was großteils fehlt, sind politische Bezüge (Nordkoreakonflikt/innere soziale Konflikte), – oder wir erkennen sie zu wenig.

Zwei interessante Aspekte noch zum Schluss: wie kommt eine Industriestadt wie Ulsan dazu, sich speziell für die Förderung des Holzschnittes einzusetzen? Neben dem persönlichen Engagement der Organisatoren und Veranstalter (Ulsan Woodcut Association), das immer primär zu sehen ist, mag auch ein Grund in den mehr als 2000 Jahre alten Bangudae-Petroglyphen zu erkennen sein, die ganz in der Nähe von Ulsan zu finden sind, auf einer Felswand am Fluss. Diese werden dort als die ältesten Vorläufer des Holzschnittes gesehen (im Sinne von Reliefs im Stein – parallel zum Relief der Holzdruckplatte; vgl. engl.: relief-print). Ein weiterer für uns etwas ungewöhnlicher Vergleich ergibt sich aus der Tradition als Industrie- und Arbeiterstadt. Industrieproduktion steht für mechanische Reproduktion von Gütern in hoher Stückzahl – und auch der Holzschnitt wird als mechanische, wenn auch künstlerische, Reproduktionstechnik gesehen, die eine „höhere Stückzahl“ ermöglicht. So wird eine Brücke geschlagen zwischen Industrie und Kunst. Wie ernst diese Verbindung tatsächlich genommen wird, zeigt sich nicht zuletzt in der großen Zahl von Sponsoren (die natürlich in erster Linie aus der Wirtschaft, der lokalen Industrie stammen), die das Festival erst möglich machen.

Zusammengefasst kann man den Veranstaltern des Ulsan Woodcut Festival, die weiterhin daran arbeiten, die Veranstaltung noch mehr zu vergrößern und noch mehr an Gewicht in der internationalen Druckgraphik-Welt zu gewinnen, zu ihrer Leistung gratulieren. Das Festival bietet mit seiner Reduktion auf nur Holzschnitte für Besucher und KünstlerInnen einen einmaligen Ort, um traditionellen Holzschnitt und neueste Trends in dieser Technik aus aller Welt zu erleben.

 

NEW TYPES. Drei Pioniere des hebräischen Grafik-Designs

Ausstellung im Museum für Druckkunst Leipzig

18. Juni bis 24. September 2017

Eröffnung am 18. Juni, 11:30 Uhr

 

Henri Friedlaender, Entwurf einer schmalen Version der Schrift Hadassah, 1967, © The Israel Museum, Jerusalem by Elie Posner

Die Ausstellung widmet sich drei Pionieren des hebräischen Grafik-Designs des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig ist sie ein Beispiel für den Kulturtransfer zwischen Deutschland und Israel. Franzisca Baruch, Henri Friedlaender und Moshe Spitzer wurden stark geprägt von ihrer Ausbildung sowie ihrem sozialen und künstlerischen Umfeld in Deutschland vor 1933. Sie lebten in Leipzig bzw. Berlin und wurden vom Werkbund und dem Bauhaus beeinflusst. Die Schriften und Symbole der drei Gestalter sind bis heute  im öffentlichen Raum, der hebräische Buchgestaltung und diversen Printmedien in Israel präsent. Daher kommt Ihnen eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des grafischen Designs in Israel zu. „New Types“ zeigt Exponate aus Israel und Deutschland und gibt einen einzigartigen Einblick in das Schaffen dieser drei Künstler. Neben Skizzen, Schriftentwürfen und Musterbüchern werden auch hebräische Matrizen und Lettern gezeigt.

Die Schau wurde 2015/16 im Israel Museum in Jerusalem gezeigt und nun von der Kuratorin Ada Wardi exklusiv für Leipzig adaptiert.

 

Kuratorenführung mit Ada Wardi,  Sonntag, 18.6., 15 Uhr (in englischer Sprache mit deutschen Erläuterungen)

Öffentliche Führungen, sonntags, 12 Uhr: 25.6., 16.7., 20.8., 17.9.

Führungen 60+, dienstags, 15 Uhr: 20.6., 5.9. (Für Besucher 60+ gilt an diesen Tagen der ermäßigte Eintritt)

Vortrag: Mittwoch, 21.6., 19 Uhr, „Knotenpunkt Leipzig. Druck und Vertrieb jüdischer Bücher im 19. und frühen 20. Jahrhundert“ von Dr. Arndt Engelhardt (Franz Rosenzweig Minerva Research Center Jerusalem/Simon-Dubnow-Institut Leipzig)

Luther – Leipzig – Letterpress!

Martin Luther macht Druck.

Ausstellung im Museum für Druckkunst Leipzig

4. Mai bis 24. September 2017

Durch Interventionen in der Dauerausstellung und Mitmach-Stationen wird im Museum für Druckkunst Leipzig unter dem Motto “Luther – Leipzig – Letterpress” ein Stück Wirkungsgeschichte der Reformation erlebbar. Denn bis heute prägen Wortschöpfungen Martin Luthers die deutsche Sprache, hat die Lutherrose als frühes Markenzeichen das Copyright begründet und bilden freie Meinungsäußerung und Medien ein Grundrecht der Demokratie.

Die Durchsetzung der Reformation und der Ideen Martin Luthers hätte ohne den Buchdruck nie die uns heute bekannte Dynamik erfahren. Leipzig, zur Frühzeit der Reformation bereits ein bedeutender Druckort, spielte dabei eine wesentliche Rolle. Hier druckte Melchior Lotter 1518 in seiner Offizin frühe Schriften des Reformators, bevor er ab 1520 seine berühmte Druckerei in Wittenberg etablierte.

Zum Reformationsjubiläum erleben Besucher in den authentischen Werkstätten des Museums für Druckkunst die Entstehung von Druckmedien um 1500. In der Schriftgießerei wird vor den Augen der Besucher eine Schwabacher gegossen – die gebräuchlichste Schrift der Reformationsdrucke. Und unter dem Motto „Setze und drucke deine eigene These“ kann man wie zur Zeit Luthers im Handsatz eigene Texte aus Bleilettern herstellen. Wie damals Printmedien vervielfältigt wurden, wird an einer historischen Handpresse vorgeführt. Verdeutlicht wird dabei auch der enorme Arbeitsaufwand für Druckschriften, die in der Lutherzeit bereits hohe Auflagen erreichten und die Welt nachhaltig veränderten.

 

Begleitprogramm

Öffentliche Führungen, sonntags, 12 Uhr: 21.5.,11.6., 2.7., 6.8., 10.9., 24.9.

Öffentliche Führungen anlässlich des Kirchentags auf dem Weg: 25.5., 26.5. und 27.5. jeweils 15 Uhr

Führung 60+, dienstags, 15 Uhr: 23.5., 15.8., 19.9. (ganztags ermäßigter Eintritt für Besucher 60+)

Weitere Termine

6.5., 18-24 Uhr: Museumsnacht Halle – Leipzig

21.5., 11-17 Uhr: Internationaler Museumstag (freier Eintritt)

 

www.druckkunst-museum.de

Tschichold in St. Gallen

Der Leipziger Typograf Jan Tschichold und seine Arbeitsbibliothek.

MUSEUM FÜR DRUCKKUNST LEIPZIG

5. März – 14. Mai 2017

Eröffnung: 3. März, 18 Uhr

 

Mit der Ausstellung „Tschichold in St. Gallen“ zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig in 24 Vitrinen einen Querschnitt durch die Arbeitsbibliothek des in Leipzig geborenen Typografen Jan Tschichold (1902-1974). Die Dokumente, die seit 2010 in der Kantonsbibliothek Vadiana in St. Gallen aufbewahrt werden, werfen ein neues Licht auf seine Persönlichkeit und sein Werk.

Neben Büchern und Broschüren umfasst die Arbeitsbibliothek eine Vielzahl von Archivalien: Briefe, handschriftlich verfasste Kommentare, Notizen, Zeitungsausschnitte, Fotografien und Originalillustrationen. Es handelt sich um einen Schatz an Zeugnissen zur Geschichte der europäischen Typografie des 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden unter anderem Bücher des britischen Penguin Verlages, die Tschichold 1947-49 typografisch reformierte sowie unzählige Dokumente, die er nahezu pedantisch mit Kommentaren und Korrekturen zu Gestaltung oder Rechtschreibung versah.

Jan Tschichold wurde 1902 in Leipzig geboren und besuchte hier die Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe (heute Hochschule für Grafik und Buchkunst). Schon früh wurde er vom Bauhaus beeinflusst. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine avantgardistischen Arbeiten und vor allem durch sein Buch Die Neue Typographie (1928). 1925 verließ er Leipzig, war zunächst in Berlin tätig und ließ sich 1926 in München nieder. Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Gestalter lehrte er an verschiedenen Hochschulen. 1933 emigrierte er in die Schweiz und lebte dort mit kurzen Unterbrechungen bis zu seinem Tod 1974.

Der Schweizer Typograf Jost Hochuli beschäftigt sich seit langem mit dem Schaffen Tschicholds und kuratierte diese Ausstellung 2016 für die Kantonsbibliothek Vadiana in St. Gallen. Mit der Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia kann die beeindruckende Schau nun auch in Deutschland, im Museum für Druckkunst Leipzig, gezeigt werden. Neben der Arbeitsbibliothek in St. Gallen befinden sich weitere Teile des Nachlasses von Jan Tschichold im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig, sowie im Getty-Forschungszentrum in Los Angeles.

Das Begleitbuch zur Ausstellung von Jost Hochuli ist für 28 Euro im Museumsshop erhältlich.

 

Begleitprogramm

Öffentliche Führungen, sonntags, 12 Uhr: 3.3., 26.3., 9.4. und 23.4.

Führung 60+, dienstags, 14.3. und 11.4., 15 Uhr (halber Eintrittspreis für Besucher 60+)

 

Museum für Druckkunst Leipzig

Nonnenstraße 38

D-04229 Leipzig

Tel.: +49 341 / 231 62-0

info@druckkunst-museum.de

www.druckkunst-museum.de

facebook.com/museumfuerdruckkunst

34. Leipziger Grafikbörse PASSAGE

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PASSAGE ist der Leitgedanke unter dem in diesem Jahr 80 Künstlerinnen und Künstler mehrerer Generationen aus Mitteldeutschland ihre seit 2014 entstandenen Arbeiten vorstellen. Präsentiert werden rund 100 Werke, die mit Hilfe verschiedenster Drucktechniken aufs Papier gebracht wurden. Vom Holzschnitt über Radierungen bis hin zu Siebdruck und Lithografie – auch Eigentechniken und Kombinationsverfahren kamen zum Einsatz. Besonders spannend ist das Zusammenspiel aus den facettenreichen historischen Techniken und der unterschiedlichen Herangehensweise zeitgenössischer Künstler an das weitgreifende Thema PASSAGE.

Seit seiner Gründung im Jahr 1972 beschäftigt sich der Verein Leipziger Grafikbörse e.V mit der Präsentation zeitgenössischer Grafiken, die mittels klassischer oder moderner Drucktechniken entstehen. Zu diesem Zweck entstand vor 44 Jahren die Ausstellungsreihe Leipziger Grafikbörse die zunächst jährlich ausgerichtet wurde und inzwischen als Biennale stattfindet. Mit der 34. Ausgabe ist die Leipziger Grafikbörse bereits zum dritten Mal zu Gast im Museum für Druckkunst.

Der Verein Leipziger Grafikbörse e.V besteht aus einer kleinen, sehr engagierten Gruppe Leipziger Künstler, deren Arbeit auch über Sachsen und Mitteldeutschland hinaus in anderen europäischen Ländern als wertvoller Kulturbeitrag geschätzt wird. Die Leipziger Grafikbörse zählt neben den „100 Sächsischen Grafiken” und dem „Sächsischen Druckgrafiksymposion” zu den wichtigsten Veranstaltungen auf dem Gebiet der aktuellen Druckgrafik in Sachsen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einer Übersicht aller Arbeiten. Erhältlich im Museumsshop für 10 Euro. Alle Arbeiten lassen sich zudem käuflich erwerben.

 

Begleitprogramm

Öffentliche Führungen jeweils sonntags, 12 Uhr: 4.12.2016 sowie 8. + 22.1.2017

Workshop „Radierung“ mit der Künstlerin Madeleine Heublein (Leipzig): 15.1.17, 14 – 16 Uhr

Führung 60+: Dienstag, 17.1.17, 15 Uhr (halber Eintrittspreis für Besucher ab 60 Jahren)

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Museum für Druckkunst Leipzig

Nonnenstraße 38

D-04229 Leipzig

Tel.: +49 341 / 231 62-0

info@druckkunst-museum.de

www.druckkunst-museum.de

facebook.com/museumfuerdruckkunst

Gedrucktes bleibt. 25 Jahre Wiedergründung des Leipziger Bibliophilen-Abends

Leipziger Bibliophilen-Abend e.V. (Logo)

Leipziger Bibliophilen-Abend e.V. (Logo)

AUSSTELLUNG IM MUSEUM FÜR DRUCKKUNST LEIPZIG

30.10.2016 BIS 12.02.2017 (verlängert!)

 

Der Leipziger Bibliophilen-Abend e.V. (LBA) ist mit einer Kabinettausstellung zu Gast im Museum für Druckkunst Leipzig. Anhand von Grafiken, Büchern, Druckplatten und Dokumenten wird die Gesamtentwicklung des LBA seit 1904 und damit auch ein wichtiges Kapitel Leipziger Druck- und Mediengeschichte nachgezeichnet. Am 8. Januar 1991 wurde der Leipziger Bibliophilen-Abend e. V. unter dem Namen des von 1904 bis 1933 existierenden Vorgängervereins wiedergegründet. Anknüpfend an dessen hohe Ansprüche an Qualität hat es sich der LBA unter dem Motto „Literatur – Bücher – Grafik“ heute zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zur Leipziger Buchkunst zu leisten und dabei Leipziger Künstler und die grafische Industrie der Stadt zu fördern.

Bibliophile Editionsreihen (c) Gaby Waldek

Bibliophile Editionsreihen (c) Gaby Waldek

1904 erfolgte die Gründung des LBA zu dem Zeitpunkt, als Leipzig uneingeschränkt Deutschlands bedeutendste Stadt der grafischen Industrie und wichtigster Verlagsstandort war. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflation erfolgte in der Weimarer Republik ein erneuter Aufstieg des Vereins, der im Frühjahr 1933 ein jähes Ende fand. In der DDR versuchten Leipziger Buchliebhaber, diese Vorkriegserfolge wieder aufzunehmen und weiterzuführen, was dem chronischen Mangel an Papier und anderen Kapazitäten geschuldet nur teilweise gelang. Erst nach der politischen Wende konnte 1991 – wieder unter dem alten Namen – eine Neugründung erfolgen.

25 Jahre Neugründung ist für den amtierenden Vorstand des LBA nun der Anlass, erstmalig den gesamten Werdegang des Vereins in einer Ausstellung zu präsentieren. Wertvolle Bücher, Original-Grafiken, Plakate, Druckplatten und Dokumente zeichnen die 112-jährige Geschichte des Vereins nach und streifen ebenso die Historie der Buchstadt Leipzig mit ihren Höhen und Tiefen.

Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Qualität und der Vielfalt der rund 110 Drucke, die in den letzten 25 Jahren vom LBA verlegt wurden. Das gemeinsame Merkmal aller Drucke besteht in exklusiver und sorgfältiger Gestaltung, einer hochwertigen Ausstattung in Verbindung mit Original-Druckgrafik. Alle Ausgaben erscheinen in kleinen limitierten Auflagen, sind signiert und nummeriert.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit vielen Abbildungen und einer Bibliografie zur Dokumentation der in den letzten fünf Jahren erschienenen Drucke des LBA.

 

Begleitprogramm:

Öffentliche Führungen, sonntags, 12 Uhr: 6.11.2016, 15.1.2017

Führung 60+: Dienstag, 29.11., 15 Uhr (halber Eintrittspreis für Besucher ab 60 Jahren)

 

Museum für Druckkunst Leipzig

Nonnenstraße 38

D-04229 Leipzig

Tel.: +49 341 / 231 62-0

info@druckkunst-museum.de

www.druckkunst-museum.de

facebook.com/museumfuerdruckkunst

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